Erster Eintrag

30Okt2011

Dies ist der erste Eintrag in unserem neuen Blog. In Zukunft werden wir hier über unsere Erlebnisse in Guatemala, Belize und Honduras berichten.

wir starten

04Nov2011

Da der Abflug gen Madrid morgen schon um 07:20 Uhr ist, schlafen wir im Aiporthotel.

Anreise

05Nov2011

Wir haben in Madrid nur 1h 5min zum Umsteigen - hoffentlich schaffen wir's und das Gepäck kommt mit  Unschuldig.

Geschafft

05Nov2011

Am Samstag 22:35 Uhr haben wir Guatemala City erreicht, Ortszeit: 16:35 Uhr.
Gepäck da (oh Wunder bei IBERIA), Transfer da und sofort ging die Fahrt weiter nach Antigua.

Ein kleiner Spaziergang mit anschließendem Abendessen führte uns ins Stadtzentrum und endete mit dem Begrüßungs-RUM.

Anschließend schafften wir es gerade noch ins Hotel Las Farolas und fielen todmüde in die Betten.

Antigua


Auf zur Küste

06Nov2011

Schon vor dem Frühstück erkundeten wir die kleinen kolonialen Gassen von Antigua.

Das Frühstück war überraschenderweise gut und bestens gelaunt,  fuhren wir (in einem mind. 15 Plätze-Bus zu viert)  die 2,5 h nach Monterrico, an die guatemaltekische Pazifikküste mit ihren schwarzen Stränden. Hier erwarteten uns heiße Temperaturen (32° C) und hohe Wellen.  Dafür reichte es heute nur noch zum "Abhängen", gut essen (wobei nicht immer genau klar war, wer da was bekommen würde) und natürlich zum Gute-Nacht-RUM schon um 21:00 Uhr.

  unser Pool landestypisches Frühstück (Pancake)

Wir wohnen im Hotel "Utz Tzaba" (http://www.utz-tzaba.com), idyllisch und direkt am Strand gelegen. Die Zimmer sind sehr großzügig und in der Woche hat man das Hotel mit großer Wahrscheinlichkeit für sich allein.

die Natur ruft

07Nov2011

Die Nacht war für die Einen schon um Mitternacht zu Ende, andere hörten nicht mal den lauten Wecker um 04:45 Uhr (ja-genau!!). Schließlich wollten wir doch das Erwachen der Natur nicht verschlafen und so führte uns ein Bootstrip in den Morgen durch das ausgedehnte Mangrovengebiet Monterrico-Hawai, ein 2.800 ha großes Naturschutzgebiet. Leider hatten wir einige Verständigungsprobleme und wären beinahe auf der Fähre in ein anderes Dorf gelandet. Das hat uns die Zeit gekostet, den Sonnenaufgang richtig sehen zu können. Dafür hat der Naturführer ein so schönes spanisch gesprochen, dass fast alles zu verstehen bzw. zu übersetzen war.

Natur pur optische Täuschung

Die Entfernung von unserem Hotel Utz Tzaba bis zum Ort Monterrico haben wir gründlich falsch eingeschätzt. Aber vielleicht raffen wir uns noch zu einem Fußmarsch durch den heißen Sand am Strand entlang auf ..

Das Baden im Meer ist wegen der hohen Wellen unmöglich bzw. uns zu riskant, also muss der Pool reichen.

hier traut sich niemand ins Wasser

Hitzetrekking

07Nov2011

Da wir ja Urlaub haben, wollen wir auch mal ein bisschen Aktivität zeigen. Bei drückender Hitze machten wir uns also am späten Nachmittag auf den "gar nicht so weiten Weg"  Reingefallennach Monterrico. Damit es auch nicht zu einfach wird, liefen wir natürlich am Strand entlang und nicht einfach die glatte Straße.

hier sind wir noch frisch

Nach fast einer Stunde Fußmarsch schleppten wir uns mit letzter Kraft, Schweiß triefend ins "Cafe del Mar". Nach einer weiteren Stunde und etlichen Getränken hatten wir halbwegs wieder Normalform erreicht.

Am Strand von Monterrico legen 3 Arten von Meeresschildkröten zu dieser Jahreszeit ihre Eier ab. Um diese vor Nesträubern zu schützen und damit zum Artenerhalt beizutragen, werden diese Eier den Gelegen entnommen und u. a. im Cafe del Mar künstlich ausgebrütet.

Ausgerechnet heute sind ca. 40 Schildkröten geschlüpft, die wir im Wettlauf in die Freiheit des Meeres entlassen durften. Das war Entschädigung für alle Strapazen - dachten wir Reingefallen

Aber dann wurde uns verständlich gemacht, dass erst um 20:00 Uhr die eigentliche Attraktion folgen sollte. Wir wussten zwar nicht genau was, wo passieren sollte, aber wir liefen erstmal treu dem Guide hinterher. Wir wußten ja nicht, dass uns wieder fast 1 h Fußmarsch durch den heißen Sand in der Dunkelkeit erwartete. Wir wollten Schildkröten bei der Eiablage beobachten - nur, heute kamen keine. Dafür streikten wir auf etwa der Hälfte des Rückwegs und unser Guide musste uns mit dem Pickup vom Nobelhotel "Dos Mundos" abholen und in unser Hotel zurück bringen.

Dafür war es auf der Ladefläche dann schön kühl und windig. So eine Tour hatten wir auch noch nicht. Im Hotel konnte uns nicht mal mehr ein RUM davon abhalten, todmüde ins Bett zu fallen.

 

frisch geschlüpft startklar Wettlauf zum Meer 

Faultag

08Nov2011

Heute ist unser letzter voller Strandtag und wir beschließen, einmal nichts zu tun. Die Hotelanlage gehört uns alleine und wir genießen die Ruhe am Pool/Meer. Aber nach 4 h packt uns schon wieder der Tatendrang und wir überlegen, was wir noch unternehmen können. Hier fahren so viele Quads – das wäre doch auch was für uns. Also mieteten wir am Nachmittag 2 Quads und bretterten über den Strand. Wir machten Monterrico unsicher und düsten dem Sonnenuntergang entgegen zum Hotel zurück.  

Zum Abendessen wurden wir als einzige Gäste schon erwartet und mussten unseren letzten Abend hier natürlich mit einem RUMtrunk beenden.

easy rider

zurück nach Guatemala City

09Nov2011

Heute Vormittag haben wir noch ein bißchen Freizeit, denn wir sollen erst um 14:00 Uhr abgeholt werden. Wir nutzen die Zeit noch zum Baden und Relaxen, bevor wir die Taschen packen. 

Unser Fahrer steht doch glatt schon um 13:00 Uhr vor der Tür  Cool. Aber er ist geduldig und lässt uns auch noch unseren letzten Fruchtsaft genießen.

In Guatemala City erwartet uns das vornehme Radisson Hotel.  Petra und Andreas sollen zwar kein Frühstück bekommen  Weinend, aber auch das wird noch zu klären sein. Der Rest der Gruppe soll erst 22:00 Uhr mit Continental Airlines  landen und morgen geht es schon um 08:00 Uhr auf die Tour.

Wir stromern derweil noch durch die Stadt und essen in einem landestypischen, sehr schönen Restaurant, dem "Kakao" - ganz in Hotelnähe. Wir wissen zwar nicht, was wir bestellt und ob wir das Bestellte auch bekommen haben, aber es war sehr lecker und reichlich.

Unsere Männer "vervollkommnen" derweil ihre Spanischkennntnisse und können immerhin schon "noch mehr Brot bitte" (Un poco mas de pan - Por favor!) sagen.

Restaurant un poco mas de pan

Chichicastenango

10Nov2011

Heute morgen haben wir den österreichischen Rest der Reisegruppe kennengelernt. Sie sprechen zwar deutsch, aber inzwischen verstehen wir spanisch besser  Unschuldig. Wir sind insgesamt 13 Leute und mit unserem schweizer Reiseleiter, René Meier, haben wir einen guten Fang gemacht.

Renè Meier

Die Fahrt ging zunächst vorbei an Vulkanen nach Chichicastenango, wo donnerstags der  größte Indigena-Markt stattfindet. Hier gibt es alles, von Fleisch und Meeresfrüchten über Obst und Gemüse bis zu knallig bunten Stoffen und Kleidung. Allerdings wagten wir uns nicht, in den Indigena-Garküchen zu essen (aber nur wegen des Abwaschwassers).

heißer Handel der Säufer und seine Schwester

Weiter gings über den Alaska-Pass (ca. 2.900 m) nach Quetzaltenango. Da wir hier im Hochland sind, gibt es tagsüber alle 4 Jahreszeiten, d.h. es ist morgens und abends ziemlich kühl, mittags dafür heiß.

Deshalb haben wir im originellen "Cafe la Luna" erstmal sehr leckere, verschiedene heiße Kakaogetränke probiert.

buen caliente

Das Highlight des abends war dann das Huhn mit Hollundersoße im "Royal Paris".

cerveza Cabro (speziell regional) pollo al sauco

praktische Hinweise:
Das "Cafe la Luna" sollte man besuchen. Die heisse Schokolade ist super lecker und die Ausstattung sehenswert, eine urige Atmosphäre.

Das "Royal Paris" im 2. Stock, 14. Av. A, Ecke 3. C., ist nicht ganz billig, aber man sitzt sehr schön, das Essen ist super und am Wochenende (wir waren freitags da) gibt es live-Musik.

Übernachtet haben wir in der schönen "Pensión Bonifaz", in zentraler Lage, mit schönen Zimmern und perfekter Organisation des Frühstücks, auch wenn mehrere Gruppen im Haus sind.

Märkte, Märkte, Märkte ...

11Nov2011

Heute war "Markttag" für uns und wir starteten mit dem Gemüsemarkt der Großhändler in Almolonga. Die Größe der Möhren und Radieschen haute uns von den Brettern. Wahnsinn, was die kleinen guatemaltekischen Männer und Frauen auf Kopf, Schultern oder Rücken so schleppen.

biologische Waffen Kohlträger

Ein Abstecher führte uns auf den Friedhof von Zunil.

indigener Totenkult Wo ist Petra?

In der Glaskooperative von Copavic haben wir endlich brauchbare RUM-Gläser erstanden.

Anschließend suchten wir am Portal der Kirche von San Andès Xecul die 4 Jaguare.

  die bunteste Kirchenfassade Guatemalas 2 von 4 Jaguaren ein dritter

Der Viehmarkt in San Francisco El Alto war ein typischer indigena Vieh- und Trödelmarkt. Nicht wirklich schön anzusehn.

arme Schweine   Seife

Dagegen war der Markt in Sololà farbenfroh und geprägt von tradtionellen Trachten, besonders auch die der Männer.

Am späten Nachmittag erreichten wir das Tagesziel Panajachel am Atitlan-See, dem "schönsten See der Welt". Im Sturmschritt eilten wir zur Uferpromenade - allerdings ging die Sonne hinter den Wolken unter  Weinend

Vulkane Toliman und San Pedro

Der Abend endete heute im recht noblen "Casablanca". Hier konnte man sich aber trauen,  Ceviche zu essen. (http://www.panajachel.com/casablanca.htm)

Ceviche besteht aus kleingeschnittenem, rohem Fisch, der in Limettensaft mariniert wird. Dazu rote Zwiebeln und ein sehr scharfes, paprikaähnliches Gemüse.
Ceviche Mixto enthält  zusätzlich verschiedene Meeresfrüchte oder auch vorgekochte Shrimps sowie weitere Zutaten – alles sehr lecker. Die Besitzer sind Berliner, denen auch das "Atlantis" gehört.

hier gibt es eine deutsche Karte!

Wir wohnen ganz zentral und doch ruhig im "Hotel Regis" (http://www.atitlan.com/regis.htm) mit eigenem Thermalbecken und interessanter Sauna, WLAN, schönen Sitzecken, Bar und gutem Frühstücksbüffet.

..heut fahr‘n wir übern See …

12Nov2011

Bei strahlendem Sonnenschein, wolkenlosem Himmel und klarer Sicht (der Wettergott meint es bisher wirklich gut mit uns) „kreuzten“ wir mit einem ziemlich großen Boot - nur für unsere Gruppe – auf dem und über den Atitlansee nach Santiago Atitlan.

Dort leben Tzutuhil-Indigenas, die wieder ganz andere Trachten bzw. auffallenden Kopfschmuck tragen. Dieser tocoyal besteht aus einem ca. 15 m langen Band, das kunstvoll um den Kopf geschlungen wird. Wir besuchten eine ortsansässige Familie, deren Frau des Hauses uns die Wickeltechnik demonstrierte und wo René uns die aufwändige Handwebtechnik der Stoffe sowie die Bedeutung der kunstvoll per Hand aufgestickten Motive erläuterte. Man bekommt schon Ehrfurcht vor dieser mühevollen Handarbeit. Roland hat auch gleich einen wunderschönen, gestickten Quetzal (Nationalvogel) erstanden.

Demonstration der Wickeltechnik fertig Tzutuhil-Familie traditionelle Männertracht

Schließlich führte uns der weitere Weg zur Kirche Parroquial. Hier befindet sich das (völlig unspektakuläre) Zentrum der Mayawelt. Hier verschmelzen christliche und Mayagottheiten, so sitzt  z.B. der geschnitzte Maisgott der Maya, Yum Kax, mittten im Hauptaltar. Sehr interessant sind auch die "bekleideten" katholischen Heiligen an den Seiten des Kirchenschiffs.

Iglesia Parroquial

Und dann war wieder Action angesagt – schließlich musste ja die ungewohnte Freizeit sinnvoll gefüllt werden. Wir haben uns doch tatsächlich auf eine Canopy-Tour eingelassen. An 8 verschieden hohen, langen und schnellen Seilen hängend, kreuzten wir über die Abgründe, entlang an Wasserfällen, quer durch den Dschungel.

ready to start (1) ready to start (2) ... über 7 Brücken ...

Wir hätten nicht gedacht, dass man so viel Spass dabei haben kann. Mancher brauchte zwar eine Individualbetreuung Unschuldig, alle anderen waren Naturtalente, angst- und schwindelfrei.

Petra S. am Seil Roland in rasender Fahrt

Im hoteleigenen, heißen Thermalbecken entspannten wir die müden Glieder. Leider brachte James den Sekt nicht vorbei … Zwinkernd

heiß gebadet

Nach dem ersten gemeinsamen Gruppenabendessen im preiswerten und guten Restaurant "Atlantis" (http://www.panajachel.com/atlantis.htm) musste der österreichische Teil der Reisegruppe ins Bett und wir zogen mit René in die urige Circus-Bar (http://www.panajachel.com/circusbar.htm).

Antigua – die schönste im Land

13Nov2011

Die Fahrt führte uns zurück in die alte Hauptstadt Mittelamerikas – ANTIGUA. Vom höchsten Punkt, dem Cerro de la Cruz, eröffnete sich ein unvergleichliches Panorama, umrahmt von den drei Vulkanen Agua, Fuego und Acatenango.

der Blick auf Antigua

In seiner Heimatstadt lief René zu Höchstform auf. Antigua wurde 1773 durch ein Erdbeben fast völlig zerstört und insbesondere die vielen Kirchen und Konvente wurden nicht wieder aufgebaut. Doch selbst in diesem Zustand gelang es René, uns einen  Eindruck von der Größe, Macht und einstigen Herrschaft zu vermitteln.  Bei stechender Sonne,  in der Mittagshitze  Lachend spazierten wir über das alte Kopfsteinpflaster und genossen das Flair dieser kolonialen Stadt.

Kopfsteinpflasterstraßen der größte Innenhofbrunnen Zentralamerikas Kathedrale

Renés Empfehlung folgend, speisten wir heute bei „Hector’s“ (http://antiguadailyphoto.com/2010/09/20/hectors-third-anniversary/#.Tt9Wt3rNmJ4), einem winzigen Gourmet-Restaurant mit 4 Tischen. Die Entenbrust auf Kartoffelgratin war köstlich.

Baja & Alta Verapaz

14Nov2011

Auf der relativ langen Fahrt in das von Kekchí bewohnte grüne Herz Guatemalas informierte uns René sehr unterhaltsam und interessant über die Historie des Landes, wichtige Persönlichkeiten (ua. über die Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú, eine Quiché-Maya) und auch über das eher schwierige Thema des Bürgerkriegs.

Ziel war die Provinzhauptstadt von Alta Verapaz, Cobán. Unterwegs legten wir einen Zwischenstopp im Quetzal-Biotop ein. Wir wählten für uns nur den kleinen Rundwanderweg (ca. 1,8 km) durch diesen Nebelwald auf bis zu ca. 1.700 m. Die Illusion einen so scheuen Vogel wie den Quetzal zu sehen, hatten wir sowieso nicht. Also bewunderten wir die üppige Vegetation (Farne, Bromelien, Orchideen) und Wasserfälle.

Quetzal

Und weil noch Zeit war, besuchten wir in Tactic - hoch oben über dem Dorf - die Kirche "Chi-Ixim", eine landesweite Pilgerstätte, vor der sich auch ein Zeremonienplatz der Maya befindet. Ein einheimischer Archäologe hatte gerade begonnen, Maya-Ritualplätze zu erfassen, örtlich genau zu bestimmen (GPS) und zu katalogisieren - eine interessante Begegnung.

Ritualplatz der Maya

Unser "Park-Hotel" (http://www.parkhotelresort.com/) liegt etwas außerhalb von Cobán, wunderschön in einem riesigen Garten/Park mit kleinem Zoo, Fischteichen, herrlichen Blumen/Sträuchern und vielen Vögeln. Vor allem in der Wohnlage "Firenze" ist es schön ruhig.
Auch das Restaurant ist zu empfehlen und der Kaffee an der Bar hervorragend.

Uns überrascht überhaupt die Vielfalt und Qualität der Hotels bisher.

Park Hotel (ein kleiner Ausschnitt)

Naturwunder

15Nov2011

Heute morgen hatten wir das ultimative AHA-Erlebnis. Nachdem gestern auf der Rückfahrt von Cobán unser Bus mit Kabelbrand (!) gegen 21:30 Uhr liegen blieb und wir mit Taxis zum Hotel zurückfahren mussten, glaubte keiner daran, dass unser heutiger Ausflug pünktlich starten würde.

Doch oh Wunder, die Busgesellschaft hatte für Ersatz gesorgt. Offensichtlich ist in Guatemala vieles anders, als im Rest Lateinamerikas.

Unser Ausflug führte uns an der Stelle vorbei, an der unser Bus gestern liegen geblieben ist und wo er auch immer noch stand (samt Fahrer). Die Mechaniker waren aber schon am Wirken.

Nach knapp 2 h endete die Straße und wir rumpelten ca. 12 km über eine unvorstellbar schlechte Schotterpiste. Aber das war noch zu toppen. In Lanquin stiegen wir auf die Ladefläche eines kleineren LKW um und holperten weitere rd. 45 min. über einen Weg, der manchmal als solcher kaum zu erkenenn war. Beim Festhalten (im Stehen) wurden unsere Armmuskeln ganz schön strapaziert. Wir wurden kräftig durchgerüttelt und durchgeschüttelt.

LKW-Transport

Noch 10 min. Fußmarsch und wir hatten unser erstes Naturwunder erreicht - die Sinterterrassen Semuc Champey am Rio Cahabón. Der beeindruckende Anblick entschädigte für alles.

Jetzt war nur noch ein erfrischendes Bad unser Ziel. Das war aber auch nicht hindernisfrei zu erreichen. Wir balancierten und rutschen über nasse, glitschige und scharfe Kanten und Steine, um anschließend etwas unfreiwillig ins kalte Wasser zu fallen.

Wir schwammen bis zur Kalksteinbrücke, unter der der Fluss im Fels verschwindet. Ein imposanter Anblick.

Rio Cahabón bevor er im Fels verschwindet Sinterterrassen von Semuc Campey Roland und Andreas im Sinterbecken

Dem zweiten Naturwunder, den Grutas de Lanquin, einem Höhlensystem, konnten wir keinen Besuch mehr abstatten, da man schon das Licht ausgeschaltet hatte  Stirnrunzelnd.

Was ist anders in Guatemala?

16Nov2011

Wie wir gestern schon angedeutet haben, unterscheidet sich Guatemala in einigem von anderen Ländern Lateinamerikas, die wir bisher bereist haben.

  1. Guatemala ist kein Billigreiseland, gutes Essen, aber auch einheimisches Obst haben durchaus ihren Preis.
  2. Das Straßennetz ist erstaunlich gut ausgebaut und trotz der schweren Regenfälle noch bis kurz vor Reisebeginn, hatten wir kaum Beeinträchtigungen, wenn auch starke Schäden zu sehen waren.
  3. Die bevorzugte Form der Anrede unter Fremden ist das „Sie“. Ein Duzen würde einer Herabsetzung des Angesprochenen gleichkommen und seinen sozialen Status abwerten.
  4. Die Bauern arbeiten auf den Feldern wie seit Jahrhunderten, haben aber das Handy in der Tasche.
  5. Ganze Stufen technischer Entwicklungen werden komplett übersprungen. Der überhaupt 1. Fernseher ist also oft gleich ein Flat-TV mit Kabelanschluss bzw. der 1. Computer ein Laptop.
  6. Guatemala ist extrem fortschrittlich, was die Vernetzung betrifft. So hatten wir bisher in jedem Hotel WLAN.
  7. Es gibt (vergleichbar mit Kolumbien und Venezuela) keine Post.

auf zu den Ruinen

16Nov2011

Ein erster Abstecher führte uns heute auf die Kaffeefinca der deutschstämmigen Einwandererfamilie Dieseldorff. 80% des angebauten Kaffees sind Arabica. Eine Pflanze liefert ca. 40 Tassen Kaffee pro Jahr.

Kaffeefinca Arabica Pat und Patachon

Weiter gings in den privaten Orchideengarten der Familie Archilá. Hier werden rd. 35.000 verschiedene Arten von Orchideen gezüchtet, gehegt und gepflegt. Absolut faszinierend, da uns auch noch der Hausherr führte.

Monja blanca - Nationalblume Guatemalas

Unser Tagesziel ist Flores, eine Insel im Petén Itza-See und Ausgangspunkt für die beeindruckendsten Ruinen der Mayawelt.

Und es wird warm und wärmer, Tiefland eben. Aber direkt am Seeufer sitzend, haben wir wieder ein super Essen genossen (nur Roland war zu wenig risikofreudig und musste mit tropfendem Zahn unsere leckeren Steaks ansehen).

Wenn wir weiterhin Renés Restaurant Empfehlungen folgen, wird uns Iberia nicht mehr mit zurücknehmen. Wir haben nur ein Ticket für jeden..... Lächelnd

praktischer Hinweis:
Wir waren im "Villa del Chef" essen (Calle 30 de Junio, Flores, http://www.lavilladelchef.com/). Das Essen war excellent, frisch zubereitet und wurde mit warmem selbstgebackenem Brot serviert. Das rechtfertigt die Wartezeit allemal. Wir können das deutsch geführte Restaurant wirklich empfehlen!

Aguateca

17Nov2011

Der erste Tag, der uns zu einer Ruinenstadt der Maya führte.

Zunächst gings wieder mit unserem Bus zur Laguna Petexbatún, wo wir in kleine Boote umstiegen. Unseres war eine Nussschale mit Motor für 5 Personen. Das Schutzdach reichte sogar nur für die drei auf der Hinterbank. Aus gewichtstechnischen  Zwinkernd Gründen mussten die Männer hinter uns unter dem Dach sitzen.

Die Hintour war wirklich schön, nur die Sonne brannte erbarmungslos auf die 1.Reihe.

Aguateca - tief im Dschungel versteckt - erreichten wir schweißtriefend nicht über die "5-Minuten-Treppe". Wir wanderten frohgemut  über schmierige, rutschige Steine und Wurzeln, Hitze und Moskitos ausgesetzt.

Aber dann lagen sie vor uns, die beeindruckenden, gut restaurierten Reste dieser einstmals gewaltigen Maya Stadt - hoch über dem See auf einem natürlichen Plateau.

Quer durch die Anlage zieht sich ein bis zu 70 m tiefer Graben, über den eine Kalksteinbrücke führt.

An der großen Pyramide versuchte jeder für sich, diese Stätte auf sich wirken zu lassen. Aber irgend jemand muss dabei den Regengott, Chac, erzürnt haben. Dunkle Wolken ballten sich am Himmel, es grollte und donnerte bedrohlich.

Renes Vorführung an der Liane große Pyramide von Aguateca

Mitten auf dem See, bei der Überfahrt zur Petexbatun Lodge in einer Bucht, wo das Mittagessen auf uns wartete, brach das Unwetter innerhalb von Sekunden mit voller Wucht über uns herein. Der ruhige See verwandelte sich plötzlich. Regen peitschte über den See und die Wellen schüttelten das kleine Boot beängstigend. Hätten wir gewusst, dass unser Bootsführer soetwas auch noch nicht erlebt hat, wäre uns noch unwohler gewesen. Wir hofften inständig, nicht zu kentern.

Nass bis auf die Haut mussten wir in der Bucht auch noch ins Wasser steigen, um aus dem Boot zu kommen. Wir froren wie die Schneider, auch weil die Außentemperaturen gesunken waren, und versuchten uns an dem kleinen Herd in der offenen Küche zu wärmen.

es schüttet nass bis auf die Haut

Das liebevoll zubereitete Essen konnten wir - so kalt und nass - nicht wirklich genießen. Eingewickelt in Handtücher, bei immer noch Regen, überstanden wir zähneklappernd den Rest der Rückfahrt. 

Unser Busfahrer hatte wenigstens den Bus nicht vorgekühlt und im Hotel gab es sogar heißes Wasser zum Duschen - jetzt ist die Welt wieder in Ordnung und wir werden vorbeugend die Medizin mit den 3 Buchstaben einnehmen.

praktische Hinweise:
Wir haben 2 Nächte im "Hotel Santana" auf der überschaubaren Isla de Flores gewohnt. Die nebeneinander liegenden Zimmer hatten beide einen Balkon zum Petén Itzá-See. Hier konnten wir den allabendlichen Schlaftrunk genießen.

Am 2. Abend waren wir im "Café Arqueológico Yax-Ha" essen.  Da gibs auch WLAN. Das Essen ist einfacher, aber landestypisch und es gibt hier Gerichte mit Zutaten, die die Maya  verwenden. Die Preise sind auch o.k. Wir wurden für den nächsten Tag zu einem Vortrag über Tikal eingeladen ....

Tikal

18Nov2011

Unsere Tour startete heute schon ganz zeitig. Um 7:00 Uhr ging es los. Schließlich wollten wir bei den Ersten sein, die die imposante Königsstadt der Maya „Tikal“ erkunden und nach Möglichkeit alle Fotoobjekte für uns alleine haben…

Tikal erstreckt sich über ein Gebiet von etwa 65 km², wovon der zentrale Bereich
16 km² einnimmt. Über 3.000 Bauten befinden sich dort und nur ca. 15% sind ausgegraben. In Tikal präsentiert sich die Maya-Architektur von ihrer gewaltigsten Seite.

René führte uns so toll, dass wir immer dachten, wir wären am Höhepunkt der Tour angekommen, aber dann kam es noch eindrucksvoller. Wir merkten überhaupt nicht, dass wir insgesamt ca. 5 h unterwegs waren.

Wir bewegten uns von der „Akropolis“, über die „Zentrale Plaza“ mit dem als Fotomotiv bekannten, schlanken und steilen Tempel I, dem „Tempel des großen Jaguars“, bis hin zur „Verlorenen Welt“. Und das gelang unter Umgehung der anderen Touristengruppen.
Wir waren total fasziniert von der bautechnischen Leistung einerseits, aber auch von der astronomischen Ausrichtung der Tempel.

vor dem Maskentempel (Tempel II) hier kommt die Sonne (Roland während Renés astronomischer Erklärungen zur Anordnung der Tempel) Tikal - ohne Worte

Eigentlich wollten wir den Sonnenuntergang auf Tempel IV (mit 65 m der höchste Tempel Tikals) erleben, waren aber so angetan von der touristenfreien Abendatmosphäre und dem Lichtspiel von Sonne und Schatten auf der „Gran Plaza“, dass wir versuchten, diese Stimmung einzufangen und den fehlenden Sonnenuntergang nicht vermissten.

Abendstimmung auf der Gran Plaza

Unterwegs suchten wir die Bäume nach Vögeln ab, da das Geschrei und Gekreische einen höllischen Lärm verursachte. Wir entdeckten Tukane, Papageien, Webervögel, bunte Falken und andere. Auch kreuzten ein Krokodil, Nasenbären, wilde Truthähne und Fasane unseren Weg.

Tarantel mit Roland Tukan

Heute gibt es sogar einen Spruch des Tages:
Andreas zu seiner über Baumwurzeln und Steine stolpernden Petra:
„Spatzl, immer schön die Füße heben“.

praktischer Hinweis:
Wir haben im "Jaguar Inn" direkt am Eingang zum Parque Nacional Tikal gewohnt - ein idealer Ausgangspunkt. Die Bungalows sind einfach, die Steckdosen hatten zwischen 6 und 9 Uhr morgens und abends Strom. In dieser Zeit gab es auch warmes Wasser.
Der Morgennebel und die Geräusche des aufwachenden Dschungels sorgen für eine einzigartige Atmosphäre. Auf dem Hotelgelände kann man schwarze Eichhörnchen, Pfaue, Nasenbären, diverse Vogelarten, Klammeraffen u.a. beobachten.
WLAN gegen Gebühr

Das Restaurant ist einwandfrei. Wir hatten zum Abendessen vorher unsere Auswahl getroffen und bestellt, sodass es dann auch reibungslos mit dem Essen klappte.

Yaxha und Topoxté

19Nov2011

Wir starteten mit neuem Bus und neuem Fahrer zu neuen Mayastätten. Heute steuerten wir den Nationalpark Yaxha-Nakum-Naranjo, Teil des Naturschutzgebietes der Biósfera Maya, an. Es goss in Strömen, sodass wir statt der Bootsfahrt nach Topoxté zunächst Richtung Yaxha fuhren. Der Regen verzog sich -  dafür hatte der Bus einen Platten.

Yaxha ( grünes Wasser) - im dichten Regenwald des Petén - beeindruckte mit großen Tempelpyramiden, Ballspielplätzen und einem vorhandenen Straßennetz (die heiligen Straßen der Maya = Sacbé - bis zu 20 m breit).

Wir kletterten auf Tempel 216 und hatten von dort einen wunderbaren Blick über den Wald und die benachbarten Lagunen. Dort oben brannte die Sonne erbarmungslos auf uns hernieder. Ein tropischer Regenguss sorgte anschließend für „Abkühlung“. Irgendwann wussten wir nicht mehr, ob wir vom Regen oder vom Schwitzen unter den Regencapes nass waren.

Yaxha

Trotz des Sonnen – Regen - Wechselspiels  haben wir nicht erwartet, eine so beeindruckende Anlage hier vorzufinden. Es soll aber die nach Tikal am häufigsten besuchte archäologische Stätte Guatemalas sein - wir waren jedenfalls alleine hier.

Per Boot erreichten wir die Ruinenstätte Topoxté auf einer Halbinsel in der Yaxhá-Lagune. Topoxté bedeutet so viel wie „Samen des Ramon-Baumes“. Der Ramon-Baum, als Brotnussbaum bekannt, war einer der wichtigsten Bestandteile der Ernährung der alten Maya.

Topoxté mit vielen kleinen Stelen

Diese traumhafte Umgebung und Atmosphäre haben wir genossen und an der Ostseite der Lagune in der "Ecolodge El Sombrero" vorzüglich Mittag gegessen.

Dann ging es auf nach Belize.

Caracol

20Nov2011

Vorbemerkung:
Während wir in den letzten Tagen aufgrund der schwülen Hitze mächtig geschwitzt haben, mussten wir nachts schon mal den dicken Schlafanzug und die Socken anziehen. Das lag aber nicht nur an der abendlichen Abkühlung sondern auch an den laufenden Ventilatoren, die die Sachen trocknen müssen.

Für die rd. 80 km bis zum heutigen Tagesziel in der Provinz Cayo (Belize) brauchten wir fast 3 h pro Tour. Die Fahrt ging über elende Schotterpisten (vergleichbar mit Costa Rica), aber auch durch abwechslungsreiche Flora mit wunderbaren Aussichten. Jedoch auch dieser Ausflug war wieder jede Anstrengung Wert.

Caracol wurde in den 30iger Jahren von Holzfällern entdeckt und ist eine der größten ausgegrabenen Anlagen. Wieder erwartete uns ein eindrucksvoller Platz mit gewaltigen Tempelpyramiden. Natürlich musste die ca. 46 m hohe Himmelspyramide bezwungen werden. Der Ausblick vom Plateau war überwältigend, auch wenn die Sonne dort oben gnadenlos brannte.

Himmelstempel Caracol - Blick von oben

Die Abkühlung folgte auf dem Fuße. Chac war uns nicht wohl gesonnen.

Regengott Chaac Caracol im Regen für alles gerüstet ...

Heute wollen wir den Tag im Pool und an der Poolbar beenden.
Naja - wollen - erstmal hat der Bus einen Platten ...

  LachendLachendLachendLachend
unsre Poolparty

Nachtrag:
Wir waren 2 Nächte in San Ignacio im "Midas Resort" untergebracht. Die Bungalows sind einfach, aber völlig ausreichend. Da die Wasserpumpe defekt war, war es lustig zu Duschen. Mal kam weniger bis gar kein Wasser, mal etwas mehr, aber ziemlich heiß ..
Mit Ruhe und Geduld ließ sich auch diese Hürde meistern.

Dafür gib's einen super ungechlorten Frischwasserpool mit wechselnder Beleuchtung und guter Musik von der Poolbar (s. Foto).

- kostenloses WLAN im Rezeptions- bzw. Frühstücksbereich mit netten Angestellten, die manchmal auch so vergesslich sind wie wir inzwischen  Verlegen - also Geduld - es wird schon - hier ist ja keiner auf der Flucht ..

Bei "Hode'sPlace Bar & Grill" - gleich um die Ecke - haben wir prima gegessen, große Portionen, sehr lecker, u.a. Kebob und Fajita (Was ist das wohl?) ... mit einheimischem Bier. WLAN vorhanden und Stromanschluss!!

unterwegs zum Jaguar

21Nov2011

Als ob er auf uns gewartet hätte, brach genau zum Einladen des Gepäcks der tropische Morgenregenguss über uns herein - ein lustiger Tourbeginn.

Wir nehmen einen der 3 "Highways", den Hummingbird-Highway, um quer durchs Land die ca. 50 Miles bis in den Süden zurückzulegen.

Der Zwischenstopp am Cockscomb Sanctuary, dem Reservat zum Schutz des Jaguars, ist landschaftlich zwar reizvoll, aber ehrlich gesagt, wir wären heute lieber im Meer baden oder schnorcheln gegangen. Wenigstens hat uns auf der kleinen Wanderung zu einem Wasserfall der Regen verschont. Der Jaguar kam aber nicht vorbei  (vielleicht hat er uns gesehen  Unschuldig ...).

Spaziergung im Reservat   ein meditierender René

In Punta Gorda wohnen wir in der Sun Creek Lodge - sehr naturnah  Überrascht.
Die Einen haben eine gemütliche Cabana mit Dusche a la Feuerstein, die anderen eine Villa in der "Pampa", meistens ohne Strom und Wasser, dafür mit "Wachtarantel" und Glühwürmchenwiese.

Naturdusche Wachtarantel

Heute abend gabs Büfett in Coleman's Cafe.

Der Spruch des Tages kam heute von René:
"Unter den Wolken muss der Regen wohl grenzenlos sein ..."
angesichts der beträchtlichen Regengüsse während der Fahrt.

praktischer Hinweis:
Das Essen bei Coleman's (Big Falls, Toledo, 12345 Punta Gorda) war preiswert und sehr gut. Zum Dessert gab es sogar Eis. Vom einfachen Ambiente sollte man sich nicht abschrecken lassen, alle sind super freundlich.
(http://www.facebook.com/colemanscafe?v=info#info_edit_sections)

KuKuh und cave

22Nov2011

Ein alter Schulbus brachte uns heute zur Agouti Cacao Farm. Sie liegt in San Pedro Columbia, dem ältesten Siedlungsort der Kekchi Maya in ganz Belize.

Der Besitzer Eladio Pop zeigte uns, wie hier der Kakao (der Kukuh) im Einklang mit der Natur angebaut wird sowie allerlei nützliche Pflanzen und Früchte. Wir durften auch alles kosten oder riechen. Seine Frau und Tochter kochten für uns, rösteten Kakao  und ließen uns probieren. Sonne und Regengüsse waren auch heute unsere Begleiter.

Eladio mit Kakaofrucht Rösten der Kakaobohnenkerne der geröstete Kakao muss noch gemahlen werden - was für echte Männer

Es gab ein prima Mittagsessen, denn da wo 15 Kinder satt werden, ist auch genug Platz  für 13 Touristen und 2 Guides.

hier werden beim Essen die Schuhe ausgezogen (das sind unsere!!) Reis mit schwarzen Bohnen und Hühnchen

Am Nachmittag war wieder Abenteuer angesagt - "HöhlenTour". Wir fuhren zum Blue Creek Reservat. Der Fußweg dorthin war schon recht abenteuerlich. Es lagen uns große Steine und Wurzeln im Weg. Nach den Regenfällen der letzten Tage, führte der Fluß durch die Höhle so viel Wasser, dass wir nur bis zum ersten kleinen Wasserfall durften. Mit Helm, Lampe und zur Sicherheit Schwimmwesten, schwammen und tasteten wir uns vorwärts. Wir brauchten ca. 20 min gegen die Strömung, um den Wasserfall zu erreichen und wurden in 5 min wieder hinaus gespült...

  wir 4 Höhlenbezwinger glücklich und geschafft nach der Höhlentour

Erst im Dunkeln errreichten wir wieder die Sun Creek Lodge.

praktischer Hinweis:
Die "Sun Creek Lodge" (http://www.suncreeklodge.de/deutsch/home.html) ist etwas für alle, die die Natur mögen. Sie liegt  umgeben von vielen Planzen, Blumen und Bäumen abseits der Hauptstraße.
Wir hatten eine gemütliche Canana mit Außendusche (Wasser natürlich nur kalt - aber es ist ja am Tage warm) und schönen Möbeln. Die Mitnahme von ein paar Teelichtern kann ebenso hilfreich sein, wie Taschenlampen. Die Taschen sollte man zuhalten und Rucksäcke hoch stellen, denn hier fühlen sich natürlich auch einheimische Tiere wohl. Also Augen auf und auch mal in die Schuhe schauen.
Uns hat die Atmosphäre prima gefallen und wann sieht man sonst schon eine Tarantel oder einen Scorpion. Bruno und seine Frau sind tolle Gastgeber.

Belize - Livingston - Rio Dulce

23Nov2011

Frühstück - Koffer packen - Schulbus beladen und - nichts geht mehr. Der Bus will nicht. Also Plan B - Bruno, der schwäbische Besitzer der Sun Creek Lodge, bringt uns mit seinen Autos zum Hafen. Wir haben ja heute Zeit.

Einladen Umlade n

Das Boot, welches uns innerhalb von 50 min nach Livingston bringen soll, wartet auf uns. Ausreiseformalitäten erledigt und los gehts im Speedboot zurück nach Guatemala.

Dort holte uns auch der Regen wieder ein. Trotzdem machten wir noch einen Rundgang durch Livingston und legten eine Ruhepause im Restaurant des Hotels "Villa Caribe"  ein und trafen einen Ex-Chemnitzer Cool, der vor 15 Jahren seinen Spanischkurs hier nicht beendet hat  Verlegen und jetzt das Hotel (offensichtlich sehr gut) führt. Das Restaurant macht jedenfalls einen sehr guten Eindruck und wir bekommen einen prima Capucchino und Riesen-Tamarindensaft.

Dann heißt es auf ein anderes Boot umsteigen und es geht den Rio Dulce hinauf zur Catamaran Island Lodge. Hier haben wir schöne Pfahlhäuser direkt am Fluß, kurz vor dem Castillo San Felipe de Lara, der engsten Stelle am Übergang zum Izabal See.

Livingston

Tagesabschluß war heute ein Bad im knietiefen Hotelpool  Überrascht.

Gegessen haben wir mal ausnahmsweis in der Gruppe, gar nicht landestypisch, aber lecker 2 Pizzen für 4 und dann gings ab zur Bar.

praktischer Hinweis:
Die Pfahlhäuser der "Catamaran Islandlodge" sind wirklich einfach, aber zweckmäßig ausgestattet, haben warmes Wasser und eine idyllische Lage. Im Bar-/Rezeptionsbereich gibt es WLAN. Das Restaurant ist klein, weshalb wir das Essen nach der Ankunft vorbestellt haben. Zum Frühstück gibt es ein Büffet.

von Stelen und Zoomorphen

24Nov2011

Zur gewohnten Zeit verließen wir heute unsere Pfahlbauten und setzten mit der Fähre auf's Festland über, wo Helio wieder mit dem Bus wartete.

Die Tour führt uns weiter nach Honduras.

Rechts und links der Straße erstreckt sich kilometerweit die Del-Monte-Bananenplantage. Wir kamen genau in dem Moment vorbei, als ein Bananenzug (eine Dieselmotor-getriebene Art Minischwebebahn) unseren Weg kreuzte.

Del-Monte-Bananenplantage Bananenzug Bananen-Canopy

Es war für uns total lustig und interessant zu sehen, wie die großen Bananenstauden (mit bis zu 100 Bananen pro Staude) an einem Seil hängend zur Verpackungsanlage transportiert werden.

Und dann erreichten wir auch schon die Ruinen von Quirigua. Das Besondere dieser Anlage sind die fantastischen Stelen. Die steinernen Bildsäulen gehören zu den größten der gesamten Maya-Welt (bis zu über 10 m). Die länglichen bebilderten Steinmonumente bestehen aus Sandstein und die dargestellten Figuren und Inschriften sind zum Teil erstaunlich gut erhalten. Nur "Renés Schlange" konnten wir nicht erkennen Stirnrunzelnd

ein Herrscher der Maya Steleninschriften

René schickte uns dann auf Entdeckungstour rund um riesige Steinblöcke (Zoomorphe). Dabei entsprangen unserer Fantasie viele mystische Wesen.
Andreas entdeckte das "A...Gesicht".

Zoomorph mit A...Gesicht am besten erhaltener Zoomorph

In Copán wohnen wir bei Don Udo's, sehr schön mit grünem Innenhof.

Happy Hour bei Don Udo's

Gegessen haben wir wieder sehr gut, und zwar im "Vamos a ver", u.a. Hühnchen in Ingwer und pinchos de pollo y carne de res - super.

Spruch des Tages von Andreas beim Anblick des Bananenzuges:
"Canopy für Bananen"

praktische Hinweise:
Das Hotel "Don Udo's" liegt sehr günstig und ist absolut zu empfehlen. Die Zimmer gruppieren sich um einen Innnenhof, haben schöne Bäder mit warmem Wasser und es gibt eine Bar, die wir zur Happy-Hour-Zeit  zwischen 17 und 18 Uhr aufgesucht haben. Das Frühstück war an beiden Tagen variiert. (http://www.donudos.com)
- WLAN gegen geringe Gebühr
- der Chef spricht deutsch (NL)

Das Restaurant "Vamos a ver" befindet sich in einem Innenhof in der Nähe des zentralen Parkes. Das Essen ist landestypisch, einfach, preiswert und gut.

die Ruinen von Copán

25Nov2011

Den krönenden Abschluss unserer Reise bildete heute der Ausflug zu den Ruinen von Copán. Eine wunderschöne Anlage mit vielen Steinmonumenten auf relativ kleiner Fläche. Diese sind nicht nur sehr gut erhalten, weil sie aus vulkanischem Stein und nicht aus Kalk- oder Sandstein gefertigt wurden. Sie konnten deshalb auch besonders detailliert gestaltet werden.

Herrscherstele

René stellte folgenden Vergleich an:
„Wenn Tikal das New York mit seinen Wolkenkratzern ist – dann ist Copán das Paris mit der filigranen Kunst.“

Ein ganz besonderes Highlight ist die Hieroglyphentreppe mit 64 Stufen und dem längsten bekannten Glyphentext der Mayawelt (in weit über 2.000 Glyphen wird die Geschichte der 400 Jahre bis zum 15. Herrscher beschrieben).

Copán - Hieroglyphentreppe

Wir nutzten die Chance, 2 öffentlich zugängliche Tunnel zu besuchen, die von Archäologen für Forschungszwecke unter Tempel 16 gegraben wurden und sahen Teile eines „Rosalila“ getauften Bauwerkes, das von den Maya lange nach seinem Bau mit dem heute noch an der Erdoberfläche sichtbaren Tempel 16 überbaut worden war. Wir erblickten Grabräume und Stuckmasken.

im Tunnel unter Tempel 16 Rosalila unter Tempel 16

Copán ist eine der schönsten Mayastätten.

Nach so viel Kultur ging es noch einmal in die Natur – ins „Pflegeheim für ausgesetzte Vögel“ (ehemalige Haustiere) - ein privates Schutzgebiet, das sich zum Ziel gesetzt hat, die roten Riesen-ARAs zu schützen. Eine schöne Anlage in der auch andere Papageien, Eulen, Falken und Tukane gehegt werden.

Vogelpark Macaw Mountain

Wir sind traurig, denn heute ist schon unser letzter Tag. Aber René „tröstet“ uns, indem er mit uns ins „Sol de Copán“ geht, eine „Cervezeria y Restaurante ALEMANA“. Seit dem 01.12.2010 gibt es in Copan Ruinas diese deutsche Gasthausbrauerei mit deutschen selbstgebrauten Bieren und schwäbischem Essen.
U. a. gibt es Schweinebraten mit Spätzle und Kartoffelsalat, dazu Hefeweizen - super. Wir blieben aber der einheimischen Küche treu, während sich René mal wieder über die deutsche Küche freute. Zwinkernd

Sol de Copán plato típico Thomas zeigt seine Mikrobrauerei

praktischer Hinweis:
Das Restaurant von Elsa und Thomas Wagner ist eine wirkliche Empfehlung wert. Es soll vergrößert und im nächsten Jahr auch mit Terrasse neu eröffnet werden.  Das Preis-Leistungsverhältnis ist top und das Bier schmeckt wirklich prima. (http://www.copanruinas.com/soldecopan.htm)

Schlusspunkt

26Nov2011

Nun heißt es endgültig Abschied nehmen. Der Rest der Gruppe hat noch einen Urlaubstag. Auf uns wartet schon der Fahrer, der uns die 270 km zurück nach Guatemala zum Flughafen bringt.

Copán Ruinas - Abschied

Jetzt sitzen wir hier, „verfressen“ die letzten Quetzales, schreiben Blog und warten auf den Abflug und aufs Weihnachtsgeld Zwinkernd.

Guatemala Flughafen Guatemala: Corazón del Mundo Maya

Resümee:

Wir hatten eine tolle Reise, mit einer excellenten Reiseleitung durch René Meier (http://sacbe.info), der sein profundes Wissen allgemeinverständlich transportieren konnte und die Tour perfekt organisiert und begleitet hat. 

Deshalb können wir als Reiseführer zur Mitnahme nur "Guatemala" von René Meier und Barbara Honner, Reise Know-How Verlag, aktuelle Auflage - 27. Juni 2011, empfehlen. Da René seit 13 Jahren im Land lebt und ständig unterwegs ist, sind die Informationen wirklich aktuell.

Guatemala ist für jeden, der sich für Land und Leute, ihre Kultur und Geschichte sowie die prachtvollen Maya-Ruinen interessiert, ein absolut lohnendes Reiseland.

Bienvenido a Guatemala!